Mittwoch, 15. April 2026

Julie und das Wiesen-Pulmoll


Die Luft ist angenehm frisch von den vergangenen Regentagen und die Sonne lugt warm zwischen den wattegleichen Wolken hervor. Wir sind unterwegs zwischen gelbblühenden Feldern, saftig grünen Wiesen und festgefahrenen Feldwegen. Auf einer sonst einsamen Weide stehen ein paar Rinder und sogar zwei weiße Hausgänse kreuzen laut schnatternd unseren Weg. In der Ferne kann man mehrere Hasen sehen, die um eine läufige Häsin buhlen. Aber unsere hübsche Hündin Julie läuft dicht mit der Nase auf dem Boden neben uns her. Es muss einfach herrlich für eine Hundenase riechen. Doch kaum fühlt sich Julie unbeobachtet, nimmt sie vom Boden eine kleine braune Kugel auf. Es ist ein kleiner getrockneter Hasenköttel. "Iiih.. Julie, aus!", rufe ich leider Sekunden zu spät und gucke meinen Göttergatten unglücklich an, "Sie soll nichts ohne unsere Zustimmung fressen.". Mein Göttergatte sieht mich verstehend an, dann sagt er augenzwinkernd: "Wiesen-Pulmoll! Nach der Hasenhochzeit liegen einige auf der Wiese. Und wer kann dazu schon nein sagen?!". Ich muss breit grinsen und erwidere lachend: "Na, ich und... ich hoffe, du auch!".



Montag, 13. April 2026

hAppY bIrthdAY

 


Dein Lachen hellt den Tag so weit, 
dein Herz so warm, dein Mut bereit.
Aus dem kleinen Jungen ward ein Mann, 
mit Träumen groß, so klug und plan.

Alles Liebe zum Geburtstag, 
mein Sohnemann!

Freitag, 10. April 2026

Zauberhafte Narzissen (oder "Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!")


Guten Morgen, meine Lieben. Wie schön, dass Ihr mich wieder in meiner Küche besucht. Kommt gerne herein. Habt Ihr Lust auf eine Tasse Kaffee oder einen Becher Tee? Sagt es nur es steht beides bereit. Wundert Ihr Euch warum es noch bei uns österlich aussieht? Das ist ganz einfach wir, die ganze Familie, hatten die ganze letzte Woche gemeinsam frei und da wollte ich nicht dieses wunderbare Lotterleben mit Aufräumen stören. Habt Ihr gerade diese zauberhaften Narzissen (Osterglocken wollte ich jetzt nicht mehr sagen.. grins!) gesehen? Sie sehen wunderschön aus, nicht wahr?! Leider sehen sie nur schön aus. Sie stinken nämlich erbärmlich und nachdem ich die Fotos gemacht habe, hat sie mein Großer nach draußen gebracht. Er konnte den Geruch nicht ertragen, und ehrlich?! Ich auch nicht. Wie können Blumen nur so hübsch aussehen und dann nach Pipi riechen?! Tss.. hattet Ihr das auch schon mal? Aber mal was gaaanz anderes: Seid Ihr eigentlich am Osterwochendende auch so begeistert von der Mondfahrt gewesen? Wir schon.. zwinker, zwinker! Statt Weltuntergangsstimmung haben wir uns einfach die Zukunft gegönnt. Während die weltlichen Nachrichten von Konflikten und Unsicherheiten nur so prasseln, hat die Menschheit etwas Wunderbares vollbracht: einen Flug rund um den Mond. Die Artemis II mit der Orion-Kapsel, Mondlandschaften aus der Umlaufbahn und die Live-Kommentare der NASA. Ach, das hat uns richtig gut getan! Ein kleiner Reminder, dass wir nicht nur zerstören, sondern auch erschaffen können: aus der Erdanziehung, einfach hin zu den Sternen. Doch nun davon. Wie waren denn Eure Ostertage? Unsere waren ganz und gar wunderbar. Das fing schon am Donnerstag-Abend an. Mein Bruder und seine Lieben hatten uns zu einem gemeinsamen Gottesdienst eingeladen. Mein Sohnemann und ich folgten der Einladung und wir konnten gesegnet in das regnerische Osterwochenende starten. Am Freitag kam dann meine Nichte mit ihrer kleinen Familie zu Besuch und ein fröhlicher Nachmittag ließ mein Herz hüpfen. Unser Januarmädchen hat uns mal wieder auf Trapp gehalten.. lach! Ihre kleine Schwester ist jetzt bereits drei Monate alt und blickt mit wachen Augen in die Welt. So ein kleiner Mensch bringt gleich wieder Leben und Freude ins Haus, nicht wahr?! Diese Phase, wo sie anfangen, alles mit großen Augen zu bestaunen, ist einfach magisch. Und obwohl meine Nichte nach vielen schlaflosen Nächten ausgesehen hat, strahlte sie eine innere Zufriedenheit aus, während das Baby an ihrer Brust lag und neugierig die unbekannte Umgebung musterte. Wir haben zusammen gelacht, erzählt, Kaffee getrunken, frisch gebackenen Kuchen (Käsekuchen und Erdbeerboden) gegessen und alte Familiengeschichten wieder lebendig werden lassen. Sooo schön!! Am Samstag waren wir zum "Spielen" bei Freunden eingeladen und während sich die "Männer" strategisch mit einem Brettspiel auseinander setzten, sind meine Freundin und ich mit den Hunden bei besten Frühlingswetter eine große Runde gelaufen. Herrlich!! Der Ostersonntag startete mit einem ausgiebigen österlichen Familienbrunch und meine Schwiegermama amüsierte sich köstlich über das Geplänkel unserer beiden Söhne. Der Ostermontag startete schon direkt morgens mit Sonnenschein und ließ uns das mehr oder weniger verregnete Wochenende vergessen. Die Patentante meines Jüngsten kam auf einem Sprung vorbei und brachte ihm ein kleines Oster-Tablett voll mit veganer Schokolade. Süß, oder?! 

Liebste Frühlingsgrüße!

Eure Nicole


Ganz liebe Osterpost kam auch noch pünktlich an:
AstridBurgi und Lene herzlichen Dank!
Ich habe so sehr gefreut!


"Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!"
Buzz Lightyear aus der Toy Story-Reihe


Freitag, 3. April 2026

Tippchen zwischen Osterglocken


Tippchen
zwischen Osterglocken
fluffig, tapsig, piepsend
Purzeln durch den Garten
Osterzeit

Euch allen ein fröhliches,
hoffentlich sonnigwarmes Osterfest!
Herzlichst, Niocle


*"Tippchen" oder "Tipken":
 umgangsprachlich am Niederrhein
für Hühner-Küken


Mittwoch, 1. April 2026

April - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter



"April, April, he weet selver nich, wat he will."

Übersetzung: "April, April, er weiß selbst nicht, was er will."


Der April gilt am Niederrhein als launischer Monat, in dem Sonne, Regen, Wind und sogar Schnee sich in kurzer Folge abwechseln. Der Name kommt vom lateinischen “aperire” (öffnen), da die Natur sich nun öffnet und Büsche und Bäume austreiben. Die Bauern beobachteten das Wetter im April besonders genau, denn ein später Frost konnte Blüten und junge Saat gefährden. So entstand die Redewendung, die den unberechenbaren Charakter dieses Übergangsmonats treffend einfängt. 


Herkunft: Mündlicher Gebrauch am Niederrhein seit dem 19. Jahrhundert.


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Willkommen zu meinem Jahreszeiten-Begleiter: 
Die 12 Monate in Redewendungen vom Niederrhein

Guten Morgen, meine Lieben, in meinem neuen Blogprojekt nehme ich Euch mit auf eine ganz besondere Reise durch das Jahr und zwar mit den traditionellen Monatsreden und Sprüchen, die hier am Niederrhein in Mundart überliefert sind. Jeder Monat hat seine eigene Stimmung, seine typischen Wetterkapriolen, seine Landwirtschaftszeiten und seine festlichen Bräuche. Diese vielschichtige Verbindung von Natur, Alltag und Sprache zeigt sich wunderbar in den alten Redewendungen, die ich für Euch gesammelt, übersetzt und mit Erklärungen versehen habe. Doch bevor wir starten, möchte ich kurz etwas zur Sprache sagen: Der niederrheinische Dialekt ist eine lebendige Ausdrucksform, die über viele Generationen hinweg gepflegt wurde. Er klingt weich, melodisch und oft ein wenig "singend". Seine Wörter und Wendungen tragen Spuren des Niederländischen und Rheinischen in sich: ein spannendes Zeugnis der Grenznähe und der bewegten Geschichte unserer Region. Viele ältere Menschen hier können diesen Dialekt noch fließend sprechen, doch selbst wer ihn nicht mehr alltäglich nutzt, erkennt in ihm sofort Vertrautheit, Heimat und Wärme.

Ihr findet hier jeweils:
  • Die mundartliche Redewendung des Monats, so wie sie seit dem 19. Jahrhundert mündlich überliefert wird,
  • Eine genaue Übersetzung ins Hochdeutsche für vollständiges Verständnis,
  • Eine Erklärung, die Herkunft und Bedeutung des Spruchs beleuchtet,
  • Und natürlich die saisonale Atmosphäre, in der die Aussage ihren Ursprung hat.

Mit dieser Reihe möchte ich Euch nicht nur eine Sprache und Kultur näherbringen, sondern auch die Rhythmen und Traditionen eines Naturjahres am Niederrhein erlebbar machen. Es ist eine Einladung, die Jahreszeiten bewusster wahrzunehmen und die kleinen Zeichen der Natur zu sehen: von frostigen Januartagen über die ersten Blüten im Mai bis zum wohligen Kerzenschein im Dezember. Begleitet mich auf diesem Weg! Taucht ein in die Sprache, die Landschaft und die Jahreszeiten, spürt mit mir gemeinsam das Leben hier am Niederrhein in all seinen Facetten und lasst Euch inspirieren für eure eigene Jahreszeitengestaltung. 

Van Hart’n willkamen bi mi!
Dat Niköleken

Verlinkt mit: *Jahresprojekt 2026*



Archivbild: 07. April 2021